Historie

Spielzeuge und Puppen – seit 1889.

Es war im Jahr 1889 als sich zwei junge Männer namens Schmidt entschlossen, gemeinsam ein Unternehmen zu gründen, um Puppen herzustellen.

Firma Franz Schmidt

Franz Schmidt & Co., wie sich die Firma nannte, gelang es in enger Zusammenarbeit mit Porzellanfabriken der näheren Umgebung, ein umfangreiches Sortiment von Kugelgelenkpuppen mit Biskuitporzellan-Puppenköpfen zu entwickeln und auch verkaufen zu können. Mehr als 100 Beschäftigte fertigten Puppen für den Export nach fast allen Ländern Europas und im besonderen auch nach Übersee.

Die Entwicklung der Firma Franz Schmidt & Co. ging in all den folgenden Jahren stetig voran.
Im kalten Winter des Jahres 1955 wurde das Betriebshauptgebäude durch einen Großbrand fast restlos zerstört, dabei gingen das Betriebsarchiv und alle alten Puppenmodelle verloren. Der Schaden war deshalb groß, weil die Schläuche der Feuerwehren wegen der kalten Temperaturen platzten, es waren Temperaturen unter - 20° C.
Aber diese Katastrophe konnte überwunden werden. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Wiederaufbau der beschädigten Gebäude begonnen, nachdem mit Harald Steiner ein Enkel von Franz Schmidt die Leitung des Betriebes übernommen hatte.

Durch die restriktive Politik von Partei und Regierung der DDR wurde im Lauf der Jahre die Existenz der noch existierenden Privatbetriebe immer weiter eingeschränkt. Notwendige Ersatz- und Neuinvestitionen wurden vom Staat mehr und mehr blockiert, sodass eine Modernisierung der Puppenfertigung durch den Wechsel von Papiermaché- auf Plastikpuppen nicht mehr machbar war. Harald Steiner und seine Ehefrau Helga suchten nach anderen nicht so anlagenintensiven Herstellungsmöglichkeiten für Spielzeug und beschlossen, im Rahmen der dafür bestehenden Möglichkeiten die Produktion von Plüschtieren aufzunehmen. Mit dem Ansteigen der Plüschproduktion erfolgte ein Absenken der Puppenproduktion.

Im Jahr 1972 wurde der Betrieb im Rahmen der Zwangverstaatlichung der noch bestehenden mittelständischen Unternehmen enteignet und firmierte ab 23. April 1972 als VEB Plüschspielwaren Georgenthal. Wegen des Fehlens von "sozialistischen Leitern" durfte Harald Steiner dem Betrieb weiter vorstehen, allerdings war das nur von kurzer Dauer. Schon nach wenigen Jahren begannen in der DDR die Konzentrationsmaßnahmen, die dann in der Kombinatsbildung und in der Gründung des VEB "biggi" Waltershausen im Jahr 1980 endeten. Dieses zum VEB Kombinat Spielwaren gehörige Unternehmen umfasste alle nordthüringischen Betriebe und Genossenschaften, die sich mit der Herstellung von Spielwaren beschäftigten, und hatte über 2.000 Beschäftigte.

Mit dem Zusammenbruch der DDR im Jahr 1989 ging auch die Existenzgrundlage der "volkseigenen Betriebe" verloren, die großen Kombinate wurden aufgelöst und die einzelnen Betriebe den ehemaligen Eigentümern in einem mehr oder weniger desolaten Zustand wieder zur Verfügung gestellt.

Da Helga und Harald Steiner die Familientradition der Spielwarenherstellung fortsetzen wollten, nahm am 1. Oktober 1990 die Steiner GmbH ihre Tätigkeit mit der Herstellung und dem Vertrieb hochwertiger Plüschspielwaren auf. Helga Steiner übernahm die Geschäftsführung des neuen Betriebes, der vorerst in den alten Räumen der ehemaligen Firma Franz Schmidt & Co. produzieren musste. Im Jahr 1993 trat Harald Steiner in die Steiner GmbH ein. Zeitgleich wurde beschlossen, einen Betriebsneubau zu errichten, da eine Fertigung in den alten Räumen nicht mehr den damaligen Anforderungen entsprach.

In diesen Neubau wurde zusätzlich ein Werksverkauf integriert, in dem das umfangreiche Sortiment des Betriebes zum Direktverkauf angeboten wird und der regen Zuspruch hat.

Viele Reisebusse halten hier, um den Reisegesellschaften einen Einblick in eine landestypische Produktion zu ermöglichen, da natürlich bei einem Besuch des Fabrikverkaufes auch ein Blick in die Produktion selbst möglich ist.

Platzmangel, speziell fehlende Lagerkapazität zwangen das Ehepaar Steiner, die alten Betriebsgebäude der Firma Franz Schmidt von der Treuhand zurückzukaufen. In den alten, von der Steiner GmbH bereits teilweise rekonstruierten Gebäuden befindet sich nun die Grundfertigung und die Lagerhaltung.

Mit Beginn des Jahres 2001 ist Susanne Bier, die Tochter von Helga und Harald Steiner, in das Unternehmen eingetreten und leitet dieses seit 2004 in 4. Generation.

Haupttätigkeitsfeld ist zwar immer noch die Produktion von Plüschspielwaren, allerdings hat sich die Zielgruppe deutlich verschoben. Wo noch vor Jahrzehnten primär Kinderaugen beim Anblick einer Giraffe leuchteten, werden heute auch Plüschtiere und -figuren für die Werbung und den Dekorationsbereich produziert.

Hase, Igel, Maus und Katze stehen zusammen mit vielen 1000 anderen Tieren als Anschauung und zur Verdeutlichung des Qualitätsstandards zur Verfügung.
Die reichhaltige Produktpalette umfasst

  • Kuscheltiere
  • Sonderanfertigungen jeder Art
  • Sammlerartikel
  • Schaukel- und Schwingtiere
  • Liegetiere
  • Walking Acts / Kostüme
  • Großtiere
  • Tiere mit elektromechanischem Antrieb
Hintergrundbild